Kennen Sie mein Buch?

 

Zu bestellen unter der ISBN: 978-3-943569-05-6 für 9,99 Euro.

                                       oder:

                         hubert.knicker@web.de

 

                             Ein Teil von dem Erlös

                 ist für ein Kinderhospiz bestimmt

 

 

 

 

http://www.amazon.de/Danke-f%C3%BCr-Rest-Deines-Lebens/dp/3943569055

 

Ein Kurzbericht von mir in der hiesigen Presse:

 

http://www.nw.de/lokal/kreis_minden_luebbecke/bad_oeynhausen/21938621_Ein-Ueberlebender-kaempft-fuer-Organspenden.html?em_cnt=21938621

 

http://www.organspende-geschichten.de/?p=244#more-244

 

Nun ein persönliches Statement zu meiner Person:

 

                             „Es lohnt sich zu kämpfen“

 

Mein Name ist Hubert Knicker und ich bin 2010 herztransplantiert worden.

 

Von einem auf den anderen Tag geriet mein Leben im Dezember 1995 aus allen Fugen.

Eine schwere Herzmuskelentzündung ließ mir laut den Ärzten nur wenige Jahre.

Doch ich gab nie auf, kämpfte mich selbst nach schweren Rückschlägen zurück.

Im Juli 2010 war es dann „ein Akt der Nächstenliebe," dass mein Leben retten sollte.

 

Als Krankenpfleger war es immer mein Job, anderen Menschen zu helfen. Anfang Dezember

1995 fand ich mich dann plötzlich auf der anderen Seite des Klinikgeschehens wieder.

Diagnose: dilatative Kardiomyopathie- eine schwere Herzmuskelentzündung, ausgelöst durch

eine verschleptte Virusinfektion. Ich war gerade einmal 37 Jahre und meine Frau und unser

Sohn musste sich mit dem Gedanken vertraut machen, dass wahrscheinlich nicht mehr viele

Jahre hinzukommen würden.

Einzig ein Spenderherz konnte mir helfen. Doch dies würde noch in weiter Ferne liegen.

Stattdessen sollten in den nächsten Jahren starke Herzmedikamente meine neusten Gefährten

werden, mich an den Rand meiner Belastbarkeit bringen und mir dennoch tagein tagaus das

Leben retten. Die Leistung meiner Herzpumpe lag bei 25 Prozent. Und so seltsam es auch

klingen mag: "Ich war einigermaßen zufrieden- immerhin arbeitete sie überhaupt noch."

 

2003 ließ mein Herz mich dann wieder im Stich. "Kammerflimmern!" Einmal mehr holten

mich die Ärzte ins Leben zurück und als ich nach zwischenzeitlicher Verlegung das

Herzzentrum in Bad Oeynhausen verließ, war ich um einen treuen Begleiter reicher.

Von nun an brachte ein implantierbarer Defibrillator mein Herz wieder in den richtigen

Rhythmus, wann immer es zu schlagen aufhörte.

 

Defibrillator, Kunstherz und quälendes Warten

 

Doch auch mein „Defi“ würde irgendwann nicht mehr ausreichen. Dieser Tag kam im Jahr

2008.

Meine Herzpumpleistung lag mittlerweile bei 15 Prozent und die letzte Alternative, die mir in

der Kürze der Zeit blieb, war ein Kunstherzsystem. Abermals entschied ich mich für die

Operation.

Das Organ, das wie kein anderes für den Kampfeswillen des Menschen steht, mag nur noch ein

Schatten seiner selbst gewesen sein, doch Aufgeben kam für mich nicht infrage. Wie hätte ich

das meiner Frau und unserem Sohn antun können, die mit mir sämtliche Höhen und Tiefen

durchstanden hat?

 

Ich arrangierte mich bestens mit dem Herzunterstützungsystem, als ein mechanischer Defekt

mich im Mai 2010 zu meiner bislang letzten Schlacht zwang. Zurück im Herzzentrum Bad

Oeynhausen begann es nun, jenes schier unerträgliches Warten auf ein Spenderherz. "Wird man

ein passendes Organ für mich finden? Wäre es überhaupt in der Lage, eine Transplantation zu

überstehen?"

Wieder und wieder stellte ich mir diese Fragen und fürchtete insgeheim bereits die Antwort auf

die erste von ihnen. Meine Kampfeslust drohte dem Gefühl völliger Hilflosigkeit zu weichen,

nicht zuletzt weil ich mit ansehen musste, wie drei meiner Mitwartenden verstarben.

Für zwei kam ein Spenderherz zu spät, ein weiterer überlebte die Transplantation nicht.

 

Am 24. Juli 2010 sollte die erste quälende Frage beantwortet werden. Eurotransplant hatte ein

Spenderherz für mich! Drei Monate später dann errreichte mich die volle Gewissheit: Auch das

zweite Fragezeichen spielte keine Rolle mehr. Nach geglückter Transplantation und kleinen

Zwischenfällen rund um meine Lunge ging es für mich nach Hause.

 

Ein Akt der Nächstenliebe

 

Heute kann ich behaupten, eine schwere Zeit gänzlich hinter mir gelassen zu haben. Ich blicke

nicht mehr Argwohn auf vermeintlich verlorene Jahre zurück. Ganz im Gegenteil:

"Jeden Moment, der seit der ersten Diagnose vergangen ist, empfinde ich als Geschenk."

Und seit dem 24. Juli 2010 denke ich jeden Tag an einen Menschen, den ich nie kennenlernen

durfte, ohne den ich aber sicher keine zweite Chance erhalten hätte. Ich bekam das Herz eines

Menschen, der selbst bereits zu Lebzeiten dafür entschieden hatte, Organspender zu werden.

Wahrscheinlich hatte er damals nicht einmal einen konkreten Anlass, sich Gedanken darüber zu

machen. "Er tat es trotzdem und durch seine Nächstenliebe wurde ich neugeboren."

 

Schon in den bangen Wochen des Wartens auf mein Spenderherz reifte in mir die Entscheidung,

mich- sollte ich überleben- gemeinsam mit meiner Frau für mehr Aufklärung zum Thema

Organspende einzusetzen. Ich glaube auch, das bin ich meinem unbekannten Retter ebenso

schuldig wie den Ärzten und dem Pflegepersonal, die immer für mich da waren.

Mit Beamer und Laptop ausgesattet halten wir nun kostenlos Vorträge.

Zudem widme ich mich dem Thema Organspende auf meiner Website www.organpate-owl.de

 

"Eines will ich keinesfalls: Das die Entscheidung zur Organspende als selbstverständlich

angesehen wird. Nein! Organspende muss in Deutschland noch immer freiwillig sein. Jedoch

sollte sich jeder rechtzeitig mit seinen Angehörigen zusammensetzen, um das Thema zu

diskutieren."

 

"Ich weiß jedenfalls, dass mein Spender, den ich niemals gekannt habe, in meinem Herzen niemals vergessen wird. Immer am 24.07. ist er mir ganz besonders nah."

                        "DANKE FÜR DEN REST DEINES LEBENS!"

* Stand Januar  2016