Statistiken zur Organtransplantation im Überblick

Hier finden Sie sieben monatlich aktualisierte Grafiken zur Transplantation in Deutschland.

 

Quelle: DSO

 

 

Am häufigsten wurde 2020 eine Niere postmortal gespendet – exakt 1447 Mal. Somit war fast jedes zweite Spenderorgan eine Niere (49 Prozent). Es folgen die Leber (746, 25 Prozent), Lungen (342, 12 Prozent) und Herzen (320, 11 Prozent).




Organspender: Höchste Quote in Hamburg

Insgesamt gab es in Deutschland im vergangenen Jahr 913 postmortale Organspender. Die meisten von ihnen stammten aus Nordrhein-Westfalen – zumindest, was die absoluten Zahlen angeht. 174 Spender waren in NRW registriert, danach kamen Bayern (131) und Baden-Württemberg (107).

Aussagekräftiger ist aber ein Vergleich der Spender-Quote pro eine Million Einwohner (siehe nachfolgende Grafik). Und da zeigt sich das beste Verhältnis in Hamburg (26,0 Spender pro eine Million Einwohner), vor Saarland (22,3) und Mecklenburg-Vorpommern (16,8). Der bundesweite Durchschnitt lag bei 11,0 Spendern pro eine Million Einwohnern. 2019 hatte er 11,2 betragen.

Dominotransplantation


Nach der Deutschen Stiftung für Organtransplantation (DSO):
Wird einem Patienten ein Organ, das versagt hat, entnommen und durch ein gespendetes Organ ersetzt, können noch gesunde Teile des entnommenen Organs (z.B. Herzklappen, Leberteile) einer weiteren Person transplantiert werden. Die Dominospende ist eine Sonderform der Lebendspende und muss die entsprechenden gesetzlichen Anforderungen erfüllen. 

Leber

Eine spezielle Stoffwechseldysfunktion der Leber (Amyloidose) kann verschiedene innere Organe schädigen (Herz, Gastro-Intestinaltrakt sowie peripheres Nervensystem). Ein solcher Patient ist ein Kandidat für eine Lebertransplantation und kann gleichzeitig seine Leber spenden. Der Patient benötigt eine neue Leber, weil die Dysfunktion schon weitere Organe angegriffen hat und er sonst zu sterben droht. Mit der Leberübertragung ist der Defekt beseitigt. Seine Leber (mit dem Enzymdefekt) ist aber ansonsten funktionell und anatomisch in Ordnung. Diese Leber kann auf einen anderen Menschen übertragen werden, weil der zu erwartende Organbefall durch die Dysfunktion erst in 20 bis 30 Jahren zu erwarten ist. Ältere Patienten sind daher Kandidaten für eine solche Übertragung, wenn sie wegen des bestehenden Organmangels akut zu sterben drohen. 

Herz-Lunge

Bei Lungentransplantationen kann es aus operationstechnischen Gründen nötig sein, Herz und Lunge einer Person gemeinsam zu transplantieren. Das dem Patienten entnommene, gesunde Herz kann einer weiteren Person gespendet werden.

Quelle: http://www.gbe-bund.de/glossar/Dominotransplantation.html

 

9192 Bundesbürger stehen auf der Warteliste

Noch immer werden in Deutschland viel weniger Organe gespendet als benötigt werden. 9192 Patienten standen Ende des Jahres 2020 bei Eurotransplant auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Die mit Abstand größte Nachfrage besteht bei Nieren (7338). Es folgen Lebern (891) und Herzen (700).

Zum Vergleich: Vor zehn Jahren war die Reihenfolge dieselbe – wenn auch mit einem weitaus größeren Bedarf: 2010 fehlten 7869 Nieren, 2161 Lebern und 981 Herzen (siehe nachfolgende Grafik). Damals umfasste die Warteliste 11.562 Menschen.